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Station Holzbrücke


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Die Brücke überquert eine Schlucht, aus der die Gleise der Bahn inzwischen verschwunden sind. Gleich nach der Brücke führt ein breiter Kiesweg mit eingelassenen Stufen in gemächlichem Abstieg zum See hinunter. Die auf dem Wegstück verteilten Stufen sind sehr breit und dabei flach.

 

Die Kaskade wird aus sieben Treppenabsätzen gebildet. Der erste Absatz mündet in einer Treppe mit drei Stufen, die fünf folgenden Absätze enden in einer Treppe mit zweimal drei Stufen. Zwischen den Dreierstufen liegt jeweils ein Zwischenabsatz in Schrittlänge. Wie der erste so mündet auch der letzte Absatz wiederum in einer Treppe mit drei Stufen. Dem gleichmäßig Schreitenden wird sich die harmonische Ausgewogenheit dieser Treppenanlage über die Schrittfolge mitteilen. Der Rhythmus dieser Stufenkaskade gewinnt eine fast musikalische Qualität, wobei die längeren Wegsequenzen Pausen erzeugen, die die „Töne“ der Stufenfolgen erst hervorheben.

 

Dem einen oder anderen Besucher wird darüber hinaus auffallen, dass die Zahlen Sieben,  Fünf und  Drei in vielen Kulturen bis heute mythologische und religiöse Bedeutungen haben und zwar vielfach in Bezug auf Schöpfungs- und Ursprungsmythen. Sicher nicht zufällig hat der Landschaftsarchitekt bei der Gestaltung seiner Treppenkaskade mit diesem Wissen gespielt und damit dem Wegstück - ganz im Sinne des Parkkonzeptes - eine kosmologische Bedeutung eingeschrieben. Der Besucher kann sich also beim Beschreiten der Stufenkaskade zum See den ältesten menschlichen Deutungen der unsichtbaren Gesetze des Kosmos ganz nah fühlen.