Inhalt

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

Kontakt: Audiodatei zum Download (mp3 - 603 kB)
Text: Audiodatei zum Download (mp3 - 4661 kB)
Wegbeschreibung: Audiodatei zum Download (mp3 - 369 kB)


Kontakt:


Gaststätte Wendel
Richard-Wagner-Straße 57
10 58 5 Berlin
Telefon und Fax: 030 / 34 16 78 4
Telefax: 030 / 34 16 78 4

Öffnungszeiten:
Montag bis Freitag: 16.00 Uhr bis 24.00 Uhr
Samstag: 17.00 Uhr bis 24.00 Uhr
 


Gaststätte Wendel


Dies ist eine Berliner Gaststätte, wie sie im Buche steht: Buletten, Blutwurst und Bratkartoffeln sind hier seit fast hundert Jahren feste Bestandteile der Speisekarte. Natürlich gibt es auch Berliner Leber mit Äpfeln und Zwiebeln oder Eisbein mit Sauerkraut und Erbspürree. Zwölf Biere fließen vom Fass, nicht nur Berliner Sorten, sondern auch bayerisches Helles oder böhmisches Pilsener.


Das Buch zur Kneipe hat Klaus Wendel, der das Lokal von 1963 bis 1980 führte, geschrieben unter dem Titel „Gastwirt müsste man sein...“ Sein Vater Max eröffnete die Gaststätte kurz nach dem Ersten Weltkrieg. Auf dem Platz vor der Kneipe, dem Wilhelmsplatz, war damals einmal in der Woche Pferdemarkt. Die Viehhändler kamen als Stammgäste ins Lokal – und manchmal kam ein Pferd hinterher und soff aus dem Spülbecken. So etwas mochte der alte Wendel überhaupt nicht. Auch die rauen proletarischen Umgangsformen und die ständigen Raufereien wollte er in seiner Gaststätte nicht dulden und so unternahm er alles, um das „Proletenvolk“ aus seiner Kneipe zu vergraulen. Er verbot das Kartenspielen und warf jeden hinaus, der auf den Boden spuckte. Seine Kneipenpolitik hatte Erfolg: Statt der Viehhändler kamen bald die Beamten aus dem Rathaus, später die Künstler.


Der Schauspieler Curd Jürgens war oft hier, auch der Komponist Paul Lincke, der Dramatiker Eugène Ionesco und viele andere mehr oder weniger prominente Gäste, die sich mit signierten Speisenkarten oder kleinen Versen auf Papierservietten verewigten. Die gerahmten Sprüche schmücken heute die Wände des Lokals. Der Berliner Dichter Robert Wolfgang Schnell machte in den sechziger Jahren das „Wendel“ zu seiner Wohnstube, hockte hier tage- und nächtelang zusammen mit seinen Freunden aus der legendären Kreuzberger Hinterhof-Galerie „zinke“: dem Bildhauer Günter Anlauf, der seine Werkstatt ein paar Schritte weiter in der Richard-Wagner-Straße hatte, und dem Kunsthistoriker und Stegreif-Dichter Martin Sperlich. Beide fanden Jobs im Schloss Charlottenburg, der eine als Restaurator, der andere als Direktor. Auch der Schriftsteller Günter Grass, der am Rande zum „zinke“-Kreis gehörte, soll mal im „Wendel“ gesehen worden sein, er hat sich aber in der Kneipe nicht verewigt.


Das Kartenspielen und Trudeln ist in der Gaststätte bis heute verboten. Die Nachfolger der Wendels haben diese familiäre Kneipentradition bewahrt. Auch einen Spielautomaten wird es in diesem Lokal wohl niemals geben und natürlich darf man nach wie vor nicht auf den Boden spucken. Auf Musikberieselung in jeder Form wird verzichtet. Die Gäste sollen sich aufs Essen und Trinken und ein gepflegtes Tischgespräch konzentrieren – letzteres aber bitte nicht zu laut. Das „Wendel“ ist heute ein solides bürgerliches Lokal im besten Sinne, keine Eckkneipe und kein Szene-Lokal.


Gutbürgerlich ist auch das Speisen-Angebot, alles ist frisch und hausgemacht, nichts kommt aus der Konservenbüchse. Die Preise für die Gerichte beginnen bei 5 Euro 90, ein großes Bier (0,4 Liter) ist ab 3 Euro 50 zu haben.


Betritt man das Lokal, befindet sich linker Hand eine schöne Altberliner Theke aus Holz und Messing. Am verlängerten Tresen wird gekocht, offen und für die Gäste einsehbar. Rechts führt ein Durchgang zum großen Gastraum, an dessen Stirnwand ein großes, etwas verblichenes Gemälde das Charlottenburger Schloss zur Kaiserzeit darstellt. Links entlang kommt man in ein kleineres Hinterzimmer. Dort befinden sich rechter Hand die Toiletten. Insgesamt bietet das Lokal 60 Plätze an schmucklosen, stabilen Holztischen. Im Sommer kann man draußen an Stehtischen sein Bier trinken, Sitzplätze gibt es nicht.


Blinde und Sehbehinderte sind samt Blindenführhund im „Wendel“ willkommen

Stand 2017.


Wegbeschreibung vom U-Bahnhof Richard-Wagner-Platz (U 7) bis zur Gaststätte Wendel, Richard-Wagner-Straße 57, 10 58 5 Berlin


Begriffserklärungen und Erläuterungen zu den Wegbeschreibungen finden Sie hier auf unserer Seite.


Achtung: Kein Leitsystem vorhanden!


Ausgang am Ende des Bahnsteiges in Fahrtrichtung Rudow. Der Treppenaufgang endet auf einer Zwischenebene. Wenige Schritte weiter. Rechts entlang. Einige Meter weiter. Links entlang. Etwa 30 Meter weiter. Der Treppenaufgang endet auf dem Fußgängerweg. Linker Hand Richard-Wagner-Straße. 180-Grad-Drehung nach rechts. Rechter Hand Richard-Wagner-Straße. Etwa zwanzig Meter weiter bis zur T-Kreuzung Richard-Wagner-Straße/Haubachstraße. Die Haubachstraße überqueren. Rechter Hand Richard-Wagner-Straße. Etwa 120 Meter weiter (Achtung: Häuser- und Straßenkante möbliert!) bis zur T-Kreuzung Richard-Wagner-Straße/Behaimstraße. Die Behaimstraße überqueren. Rechter Hand Richard-Wagner-Straße. Etwa 30 Meter weiter bis zum Beginn der Mosaikpflasterung. An der Hauswand orientieren. Wenige Schritte weiter ist die Gaststätte Wendel.


Fußabtreter. Glastür nach innen versetzt. Klinke.