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Alexander Zemlinsky „Der Traumgörge“


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Mit der Inszenierung von Zemlinsky´s Oper „Der Traumgörge“ 2007 folgte die Deutsche Oper Berlin ihrer Tradition, vergessene oder wenig beachtete Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts auf die Bühne zu bringen. Der 1871 in Wien geborene Komponist war als Dirigent und Musikdirektor an verschiedenen Wiener Häusern engagiert. 1907 entstand sein Werk „Der Traumgörge“ als Auftragsarbeit an der Wiener Staatsoper. Die Premiere platzte allerdings mit dem Weggang von Gustav Mahler als Chefdirigent.


1911 folgte Zemlinsky dem Ruf des Neuen Deutschen Theaters Prag, das ihn als Musikdirektor verpflichtete. In der Spielzeit 1914/ 15 sollte endlich seine Oper „Der Traumgörge“ uraufgeführt werden. Diese Uraufführung wurde wegen des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges abgesagt. So musste die Oper bis 1980 auf ihre Uraufführung am Nürnberger Opernhaus warten.


Alexander Zemlinsky verstarb bereits 1942 im amerikanischen Exil und hatte so keine Aufführung seiner Oper erlebt. Zentrales Motiv der Oper ist das Verhältnis von Fiktion und Wirklichkeit. Görge (Georg) hat den Wunsch, seine Träume lebendig zu machen. Er verlässt seine Heimat und seine Braut Grete, um seinem Glück nachzujagen, das ihm im Traum in der Gestalt einer Prinzessin erscheint.


Auf seiner Suche begegnet er der Außenseiterin Gertaud und meint in ihr seine Traumprinzessin zu erkennen. Görge kann die als Hexe verschriene Gertraud nur knapp vor der Lynchjustiz der Dorfbewohner retten. Sie ziehen zusammen in Görges Heimatdorf und werden dort von der Dorfgemeinschaft wohlwollend aufgenommen.


Die Inszenierung des Traumgörgen an der Deutschen Oper ist beim Publikum gut angekommen. Damit hat sich auch ein Wunsch von Zemlinsky erfüllt: Berlin hat Notiz von ihm genommen. Alexander von Zemlinsky: „Ich finde, es wäre höchste Zeit, dass man auch in Berlin Notiz von mir nimmt! Oder muss man wirklich ununterbrochen hinterher sein und das Maul voll von sich nehmen?“