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Kontakt:


Komische Oper Berlin
Behrenstrasse 55-57
10 11 7 Berlin
Telefon: 030 202 60 0
Internet: www.komische-oper-berlin.de


Tageskasse:
Unter den Linden 41
10 11 7 Berlin
Öffnungszeiten:
montags bis samstags: 11 -19 Uhr
sonn- und feiertags:      13 -16 Uhr


Ticketservice Papagena:
Telefon: 030 / 47 99 74 00
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. , hier können Sie online nach Tickets fragen.

Karten sind auch über www.komische-oper-berlin.de online erhältlich und an Ihrem Drucker ausdruckbar. Bitte den Spielplan aufrufen und den entsprechenden Termin anklicken. Dem Link „Karten“ folgen


Information und Ansprechpartnerin für geschlossene Führungen:
Yvonne Trawny:
Telefon: 030 / 202 60 223
Internet: www.komische-oper-berlin.de/entdecken/fuehrungen/
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.


Komische Oper


Steht man vor der Komischen Oper Berlin, könnte man meinen, dass man sich verlaufen hat. Denn der Bau schaut von außen wenig pompös aus, jedenfalls nicht so, wie man es von einer Oper erwartet. Das 1892 erbaute Gebäude eröffnete zunächst als „Theater unter den Linden“, das bereits vier Jahre später in Konkurs ging, so dass dort das Metropol-Theater einzog. Nach dem Ersten Weltkrieg entwickelte sich das weithin bekannte Revuetheater zu einem der bedeutendsten Operettenbetriebe des Landes. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde es von der „Kraft durch Freude“-Organisation, wie viele andere Theater auch, gleichgeschaltet. Dennoch lief der Betrieb bis 1944 weiter.


Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges zerstörten Bomben das Gebäude fast vollständig. Lediglich der neobarocke Zuschauerraum blieb als einziger historischer Opernsaal Berlins wie durch ein Wunder erhalten - das Herzstück, um das herum ein neues Haus gebaut wurde. Der 1901 in Wien geborene Regisseur Walter Felsenstein gründete hier 1947 die Komische Oper Berlin, deren Intendant er bis zu seinem Tode im Jahr 1975 blieb. Es folgten einige bekannte Leiter des Hauses - so entstanden unter Harry Kupfer als Chefregisseur in den 1980er Jahren noch heute legendäre Inszenierungen. Der seit 2012 amtierende Intendant Barrie Kosky ist weltweit ein vielgefragter und mit Preisen ausgezeichneter Regisseur.


Namentlich verweist das Haus auf die Tradition der französischen Opéra Comique, die am Ende des 18. Jahrhunderts entstand und die vorsah, Oper nicht nur den Reichen, sondern allen Menschen zugänglich zu machen, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft. Auch Walter Felsenstein wünschte sich ein verständliches Opernhaus für alle gesellschaftlichen Schichten, ohne Schwellenängste. Außerdem verfolgte er den Anspruch einer Einheit von Musik und darstellendem Spiel derart konsequent, dass für seine Arbeit der Begriff „Musiktheater“ wirklich gelten kann - denn er nahm beide Bestandteile des Wortes Musik und Theater gleich wichtig und schuf hiermit einen völlig neuen Stil von Regie- und Inszenierungsarbeit, der bis heute weltweiten Modellcharakter besitzt.


Die Komische Oper Berlin hält an der Tradition Felsensteins zwar fest, entwickelt sie aber auch weiter und hinterfragt sie. Auf die Bühne werden nicht nur klassische, sondern auch zeitgenössische, experimentierfreudige Inszenierungen gebracht. Das musikalische Repertoire umfasst Mozart, Komponisten aus der Zeit des Barock sowie aus slawischen Ländern. Hier werden aber auch, an die lebendige Zeit des Metropol-Theaters anknüpfend, Operetten und Musicals aufgeführt.


Während der Führung über die Bühne erfährt der Besucher die abwechslungsreiche Geschichte von der Geburt des realistischen Musiktheaters bis hin zum modernen Opernbetrieb des 21. Jahrhunderts. Nach Besteigen der mit einem roten Teppich ausgelegten Kaisertreppe erreicht man das verspiegelte Foyer – den jüngsten Umbau an der Komischen Oper Berlin - das ein Aufeinandertreffen von alt und neu meisterlich verbindet. Säulenarchitektur trifft auf Minimalismus. Hier stößt man unweigerlich auf Walter Felsenstein, vielmehr auf einen Bronzekopf des Bildhauers Wieland Förster, der ausdrücklich von Nicht-Sehenden betastet werden darf.


Nach Verweilen auf einem der quadratischen, bequemen Hocker führt Yvonne Trawny, Mitarbeiterin der Dramaturgie, in den Zuschauerraum. Schon bei Berühren der samtenen Stühle und Säulen spürt man das barocke Flair. Systematisch begehen wir zweiten Rang und Parkett, um die unterschiedliche Akustik zu hören.


Hernach auf der Bühne angekommen, geraten wir bei der fünfprozentigen Neigung kurz ins Straucheln, und wenn sich dann auch noch die 13 Meter breite Drehscheibe dreht und man den Abgrund des Orchestergrabens spürt, ist der Schwindel kaum mehr aufzuhalten. Erst 21 Meter vom Bühnenrand entfernt gibt es wieder eine feste Wand - allerdings aus nacktem, kalten Ziegelstein, wie zu spüren ist. Etwas benommen werden wir auf verschlungenen Wegen in den Damenkostümfundus geführt, wo zwei Kostüme aus einer aktuellen Opernproduktion uns zum Betasten „einladen“.
Wie versinkt ein Sänger im Bühnenboden? Hier erfahren wir es.


In den letzten Jahren wurde die Komische Oper Berlin gleich zwei Mal zum „Opernhaus des Jahres“ gekürt, zuletzt in der Saison 2013-14; zudem erhielten die 60 Chorsolisten 2015 die Auszeichnung „Opernchor des Jahres“.


Die wöchentlich stattfindenden, öffentlichen Führungen über die Bühne dauern eine Stunde und fünfzehn Minuten, kosten 8 Euro pro Person und finden in der Regel an den Wochenenden statt. Blinde und Sehbehinderte können an den öffentlichen Führungen teilnehmen. Sie können aber an fünf Terminen pro Spielzeit eigens auf Sie ausgerichtete Führungen erhalten und zwischen den Formaten Bühne und Maske wählen. Auch können geschlossene Gruppen einen Extratermin vereinbaren. Bitte kontaktieren Sie hierzu Yvonne Trawny persönlich. Schulklassen mitsamt Betreuungspersonen sind herzlich willkommen.


Karten erwirbt man an der Tageskasse, telefonisch über den Kartenservice oder online über die Homepage der Komischen Oper Berlin.