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Deutsche Kinemathek


Die Deutsche Kinemathek ist ein Museum für Film und Fernsehen in Berlin. Gegründet wurde sie 1963 und erhielt ihren Fundus aus den Sammlungen des Regisseurs Gerhard Lamprecht sowie Albert Fidelius, der Sohn eines Filmverleihers war. Die Stadt Berlin erwarb die Privatsammlungen von Lamprecht und Fidelius, bestehend aus Filmen, Dokumenten, Materialien und technischen Apparaturen. Der Regisseur Gerhard Lamprecht war Gründungsmitglied und wurde der erste Direktor der Deutschen Kinemathek. Die Kinemathek sammelt und archiviert alles rund um Film und Fernsehen: Aufzeichnungen und Kopien von Filmen, Programmhefte, Plakate, Fotomaterial, Drehbücher, Architektur- und Kostümskizzen sowie Materialien der Filmtechnik. Damit bietet sie einen umfassenden Fundus für die filmhistorische Forschung. Mitte der 90er Jahre wurde die Sammlung um den umfangreichen Nachlass von Marlene Dietrich erweitert.Bis zur Jahrtausendwende war die Deutsche Kinemathek für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sondern diente als Archiv. Passend zur Eröffnung der deutschen Berlinale im Jahr 2000 bezog sie ihren Sitz im Filmhaus am Potsdamer Platz. Seitdem sind große Teile der Sammlung im Filmmuseum zugänglich.


Die ständige Ausstellung ermöglicht einen thematisch-chronologischen Rundgang durch die deutsche Filmgeschichte, von ihrem Beginn in den 20er Jahren bis heute. Das Programm wird durch Sonderausstellungen, zum Beispiel zu Stars oder speziellen Themen ergänzt.


Blindenführung in der Deutschen Kinemathek

Ein Filmmuseum soll eine empfehlenswerte Sehenswürdigkeit für Blinde und Sehbehinderte sein? Das kann man zunächst gar nicht glauben. Aber die deutsche Kinemathek am Potsdamer Platz nimmt den Auftrag, auch dieser Gruppe von Besuchern interessante Erlebnisse zu vermitteln, erfreulich ernst. Tatsächlich kann sich die Kinemathek rühmen, bislang die einzige filmvermittelnde Institution in Deutschland zu sein, die ein eigens für diese Besuchergruppe entwickeltes Programm anbietet.


Jeweils am ersten Mittwoch im zweiten Monat des jeweiligen Quartals wird eine öffentliche Führung mit Tast- und Höreindrücken durch die Dauerausstellung angeboten. In 90 Minuten erläutert die sehbehinderte Museumspädagogin Anja Winter Highlights der Filmgeschichte und führt ihren blinden und sehbehinderten Gästen den Zauber des Zelluloids an ausgewählten Tastobjekten handgreiflich vor.


Wussten sie etwa, dass Marlene Dietrich neben ihrer Vorliebe für Männerkleidung auch eine Neigung hatte für alles, was glitzert? Oder welches tragische Ende der Vater von Götz George nehmen musste? Dies und vieles mehr erfahren sie im Rahmen der Führung. Auch der Aufenthalt in den Museumsräumen selbst ist ein filmisches Erlebnis: Der Besucher wird durch eine Architektur mit brückenartigen Übergängen zwischen einzelnen Ausstellungsräumen geleitet. Spezielle Beleuchtungseffekte, Monitore , Spiegel und nicht zuletzt die Geräuschkulisse aus zahlreichen Filmausschnitten sorgen für Kino-Atmosphäre. Entsprechend sind die Wege stellenweise nur schwach beleuchtet und bieten insbesondere für Sehbehinderte einen gewissen Schwierigkeitsgrad. Im Rahmen der Führung stellt die Orientierung aber kein Problem dar. Im Anschluss an den Rundgang kann jeweils ein ausgewähltes Werk der deutschen Filmgeschichte als Hörfilm betrachtet werden.


Die Führung beginnt im Kassenraum, zu dem unsere Wegbeschreibung führt. Der Zugang zur Kinemathek von der Potsdamer Str. ist nur über eine Drehtür möglich. Nachdem diese Barriere überwunden ist, steht im Inneren des Gebäudes das sehr freundliche Servicepersonal sofort zur Verfügung.