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Tastführungsangebote der Staatlichen Museen zu Berlin
Stiftung Preußischer Kulturbesitz

 

Audiodatei zum Download (mp3 - 1151 kB)

 

Ein Besuch am aufgestellten Bronze - Tastmodell auf der Museumsinsel Berlin regt dazu an, dieses Gebäudeensemble und auch andere zu den Staatlichen Museen gehörende Häuser, wie beispielsweise die Neue Gemäldegalerie auf dem Gelände des Kulturforums Berlin auch von innen wahrzunehmen und an speziellen Tastführungen teilzunehmen.


Neben den Audio Guides für blinde und sehbehinderte Besucher bieten die Staatlichen Museen zu Berlin Tastführungen an, um für die Kultur - und Kunstschätze ihrer Sammlungen zu begeistern. Die Ausstellungsobjekte erscheinen zum Berühren und Tasten besonders geeignet. Unter dem Motto “mit den Händen sehen“, „vor dem inneren Auge„ und „Kunst zum Begreifen“ können blinde und sehbehinderte Personen Originale sowie nachgestellte Werke an - und somit auch begreifen.


Zusammen mit einer blinden Besucherin nahm ich an Tastführungen in der Neuen Gemäldegalerie und im Bode – Museum teil. Es war eine außergewöhnliche Erfahrung, das Visuelle völlig hinter sich zu lassen und sich auf das reine Tasten, das Fühlen zu beschränken. Die personelle und fachgemäße Vermittlung der Kunst übernahm Frau Heike Hamann, selbst freischaffende Künstlerin. Sie gestaltete uns ein Programm bestehend aus Führung, Unterhaltung und praktischer Umsetzung.
Nach einem kurzen Bericht über die Geschichte der jeweiligen Häuser lud Frau Hamann ein, zuerst diverse Materialien und Werkzeuge der Maler und Bildhauer zu ertasten, um ein Gefühl vom Gewicht, der Oberfläche und auch von der Wärme eines Stoffes zu bekommen. „ Holz ist warm und stumpf, Stein dagegen kalt und schwer“. Um das frisch erlernte Tastgefühl gleich weiter anzuwenden, durfte man beispielsweise in der Neuen Gemäldegalerie unter anderem eine Portraitdarstellung von Antonio Pollaiuolo in Nadeldurchbruch, Kostüme aus dem Fundus verschiedener Theater und ein nachgestelltes Gemälde vom Altmeister Antoine Pesne des schottischen Generalfeldmarschall von Keith aus dem Jahre 1755 betasten. Apropos - das Original befindet sich übrigens im Bode – Museum.
Dort - im Bode-Museum - stehen aber nicht Gemälde, sondern Skulpturen aus Marmor verschiedener Jahrhunderte im Mittelpunkt des Rundgangs. Beim Ertasten einer Skulptur hatte die blinde Kunstliebhaberin kaum Probleme, die Konturen zu erkennen. Intensiv strich sie mit ihren Fingern über die Figur „Junges Mädchen, sich Sandalen anlegend“ vom Bildhauer Lambert Sigisbert Adam d. Ä. und befühlte auch die kleinsten Winkel sehr gründlich. „Ich hätte gerne eine halbe Stunde Zeit, um alle Feinheiten zu entdecken“, sagte die Besucherin. Während dieser Führung im Bode – Museum trugen alle Teilnehmer weiße Baumwollhandschuhe. Bei aller Freude am Betasten - die Kunstwerke müssen vor Säureeinwirkung geschützt sein.


Als besonderes Event können manchmal auch Tastführungen mit Leihgaben aus Museen anderer Länder, die kopierte Tastexponate mit zur Verfügung stellen, angeboten werden.


Über die Homepage http://www.smb.de der Staatlichen Museen zu Berlin können sich Kunstliebhaber darüber auf dem Laufenden halten, welche Aktionen in Museen wann abgehalten werden.
Angebote für Blinde und Sehbehinderte gibt es in der Neuen Gemäldegalerie, dem Bode-Museum, dem Neuen Museum (Ägyptische Abteilung) und in der Alten Nationalgalerie.


Die Anmeldung und Buchung von Führungen ist erforderlich beim Besucher - Dienst der Staatlichen Museen Berlin unter Tel.: 030 - 266 – 42 42 42 oder per E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.